...auch ohne Vampire mit viel Biss!
Herausfordernde und erfolgreiche Tage erlebte Carsten Hülss mit zweimal Team-Gold und Einzel-Silber bei den Masters-Berglauf-Europameisterschaften im rumänischen Brașov. Vom 10. bis 13. September trafen sich die besten Masters-Bergläufer Europas in der historischen Stadt Brașov in Transsilvanien. Die Teilnehmer wurden mit sommerlichen Temperaturen empfangen. Neben den Wettkämpfen sorgte der Veranstalter mit einem abwechslungsreichen kulturellen und musikalischen Rahmenprogramm für eine besondere Atmosphäre.
Gemeinsam mit seinen Teamkollegen Alexander Barnsteiner (LLG Landstuhl) und Marko Martin (TV Maikammer) reiste Hülss am Mittwoch nach Rumänien. Den Auftakt der Europameisterschaften bildete am Freitag das sogenannte Vertical Race. Auf einer nur 3,7 Kilometer langen Strecke mussten die Athleten rund 800 Höhenmeter überwinden. Aufgrund der extremen Steigungen waren weite Teile des Kurses eher eine Mischung aus Gehen und Klettern als klassisches Laufen. Selbst die letzten 100 Meter zum Gipfelkreuz mussten kletternd bewältigt werden, sodass ein Endspurt im herkömmlichen Sinne kaum möglich war.
Die deutsche Mannschaft der Altersklasse M50 hatte sich berechtigte Hoffnungen auf Edelmetall gemacht. Hülss konnte im Mittelteil des Rennens zunächst mit dem späteren Bronzemedaillengewinner Paul Breitner (nicht zu verwechseln mit dem Fußball-Weltmeister von 1974) aus Großbritannien mithalten. Nachdem dieser jedoch das Tempo erhöhte, musste Hülss der enormen Steigung Tribut zollen und belegte schließlich Rang sechs in der Einzelwertung. Zusammen mit den Plätzen zwei und sieben seiner Teamkollegen reichte dies dennoch zum ersten Mannschaftsgold für das deutsche M50-Team. Auf den anspruchsvollen Long Run über 40 Kilometer verzichtete Hülss dann bewusst, um sich vollständig auf den Up-and-Down-Wettbewerb am Sonntag zu konzentrieren. Die Strategie zahlte sich aus.
Über knapp zwölf Kilometer mit rund 400 Höhenmetern begann das Rennen zunächst auf flachem Terrain. Das nutzet Hülss um sich vorne im Gesamtfeld zu positionieren. Der anschließende Wechsel in die erste von vier Steigungen kostete jedoch einige Kraft und Plätze. Nach einer kurzen Bergabpassage fand Hülss zunehmend seinen Rhythmus. Bereits am dritten Anstieg begann er wieder Boden gutzumachen. Besonders auf den längeren Bergabstücken konnte er seine im Sommer gezielt verbesserte Bergablauftechnik ausspielen und kontinuierlich Plätze aufholen. Am letzten, äußerst steilen Anstieg zeigte Hülss schließlich seine ganze Stärke. Er überholte einen Läufer nach dem anderen und schloss zum zweitplatzierten Läufer seiner Altersklasse aus Polen auf, ohne zu wissen, dass er sich bereits im Kampf um die Silbermedaille befand.
Auf dem letzten Kilometer entwickelte sich ein packendes Duell. Gemeinsam näherten sich beide Läufer dem Führenden der Altersklasse, Hülss' Teamkollegen Alexander Barnsteiner, konnten sie jedoch nicht mehr einholen. Die Entscheidung fiel erst auf den letzten Metern: Auf den abschüssigen Treppenstufen vor dem Ziel zog Hülss noch am Polen vorbei und sicherte sich mit wenigen Sekunden Vorsprung den Vizeeuropameistertitel. Zum Europameister fehlten weniger als fünf Sekunden. Dank der Plätze eins und zwei durch Barnsteiner und Hülss sowie Rang acht von Marko Martin, der am Vortag bereits die Langdistanz absolviert hatte, gewann das deutsche M50-Team auch im Up-and-Down-Wettbewerb die Goldmedaille und sicherte sich damit den zweiten Mannschaftstitel des Wochenendes.
Weniger erfreulich war, dass Hülss unmittelbar nach dem Rennen die Heimreise antreten musste. Dadurch konnte er weder an den Siegerehrungen noch an der offiziellen Abschlussveranstaltung teilnehmen. Dennoch fällt das Fazit durchweg positiv aus: zwei Mannschaftseuropameistertitel, eine Silbermedaille in der Einzelwertung sowie spannende Wettkämpfe, neue internationale Kontakte und eine hervorragend organisierte Veranstaltung in einer beeindruckenden Umgebung machten die Europameisterschaften in Rumänien zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Ein lesenswerter Bericht auch hier:
Und ein paar Impressionen mit durchaus quälender Anmutung






